E-Mail: info@transatlantica.de, Phone: +49 (0 30) 2759 1112

Posts

Remembering Russel Wright

Remembering Russel Wright

Russel Wright ist auf dieser Seite des Atlantiks so unbekannt, wie er in den USA omnipräsent ist: sein in den 30er Jahren für Steubenville Pottery entworfenes Keramik-Service “American Modern“, ist bis heute das meist verkaufte in der US-Geschichte – er hat seinen Namen zu einer Marke gemacht; ein idealer Vertreter des Aufklärungseifers und Konsumfrohsinns der Moderne, aber auch ein legitimer Sohn der großen amerikanischen Naturmystiker Emerson und Whitman.

Gemeinsam mit seiner Frau hat er einen Leitfaden zum modernen Haushalt verfasst: Die Wrights haben dem Land beigebracht, wie man die Trennung zwischen Küche und Salon, privatem und öffentlichem Raum aufhebt, und das easy living des Picknick zur idealen Lebensform zu Hause erhoben.

Wright hat mit neuen Materialien experimentiert, insbesondere mit Kork und Aluminium. Die Behandlung des Metalls, der Umgang mit dessen Schwerelosigkeit und die Volumen seiner Entwürfe, mit denen er aus Kannen, Schalen und Schüsseln Skulpturen schafft sind ein Sonderfall des Designs geblieben.

Russell Wright Torchiere

Russel Wright Torchiere

Russell Wright Torchiere

Russel Wright Torchiere

Diese seltenen Lampen (bei Transatlantica) sind ein schönes Beispiel für die Formensprache Wrights und die Mischung von Materialien (hier Holz und Kunststoff mit gebürstetem Aluminium).

Die letzten 25 Jahre seines Lebens hat Wright mit dem Bau und Design seines Wohnhauses auf einem hektargroßen Stück Land im Staat New York zugebracht, er nannte den Ort Manitoga, in der indigenen Sprache Algonquin „Place of great Spirit“. Heute als Museum zugänglich, scheint das Haus auf seine Besucher mit seinen felsigen Treppen und seinem gegen jede Norm verstoßenden Eigensinn entweder als Offenbarung oder Zumutung zu wirken, – auf der Seite der Russel-Wright-Foundation findet man ein Porträt dieses Ortes.

Russel Wright hat über Monate das Grundstück immer wieder begangen und studiert, schließlich hat er begonnen die Lage der Steine im Fluß verändern zu lassen um den Klang des Wassers zu manipulieren. Um beim Gang durch den Wald in einem von ihm bestimmten Moment den Blick auf den See im Tal freizugeben, ließ er einzelne Äste von Bäumen entfernen. Diese minimalen Invasionen sind in ihrem Formwillen aus der Natur ein Gesamtkunstwerk zu machen megaloman, wie die Versetzung der Baumstämme ins Haus, die gleichsam die Innenräume durchstoßen. Dem romantischen Unternehmen Wrights am “Drachenfelsen” fehlt naturgemäß die kalifornische Heiterkeit, wenn man die Herbstnebel über den See und das Haus ziehen sieht, denkt man Gothic Mid Century.